Kurs Wegscheider 26.-30.07.2004

Bericht eines Stipendiaten

über den einwöchigen Kurs

„Analytische Qualitätskontrolle“ von

Prof. Dr. Wolfhard Wegscheider (Montanuniversität Leoben)

vom 26. – 30. Juli 2004

Was hat Qualitätskontrolle mit Analytik zu tun? Wie wird eine Messmethode verlässlich und nachprüfbar validiert? Was ist der Unterschied zwischen Zertifizierung und Akkreditierung? Wie kann Messunsicherheit systematisch verstanden und für Ringversuche vergleichbar gemacht werden?

Mit all diesen Fragestellungen konnten sich die Stipendiaten des Graduiertenkollegs „Spurenanalytik von Elementspezies: Methodenentwicklungen und Anwendungen“ und einige fortgeschrittene Studenten in einem einwöchigen Kurs mit Prof. Dr. Wolfhard Wegscheider, Montanuniversität Leoben (Österreich), befassen. Mit Prof. Wegscheider konnte einer der international renommiertesten Experten auf dem Gebiet der analytischen Qualitätssicherung als Kursleiter gewonnen werden.

Prof. Wegscheider hatte ein sehr weit gespanntes Kursprogramm vorbereitet, das sich von der ausführlichen theoretischen Beschäftigung mit internationalen Richtlinien, Grundsätzen der Qualitätssicherung und analytischen Kenngrößen bis hin zu umfangreichen Übungen mit statistischen Methoden wie der Varianzanalyse und dem Erstellen einer Standard Operating Procedure für eine selbstgewählte analytische Messmethode erstreckte.

Mit Leichtigkeit, oft auch mit anschaulichen Beispielen, vermittelte Prof. Wegscheider in überschaubaren Einheiten die theoretischen Grundlagen. Die deutlich unterschiedlichen Vorkenntnisse der Kursteilnehmer, die aus Chemie, Biologie, Physik, Geowissenschaften und anderen Fachbereichen stammten, konnten dabei in ausführlichen Diskussions- und Fragerunden ausgeglichen werden. Sogar technische Details der diskutierten Messmethoden sowie mathematische Feinheiten in der Statistik wurden (fast) immer eingehend besprochen. Erstaunlich war hier, dass es dem Kursleiter trotzdem immer gelang, den Zeitplan des Kurses einzuhalten; somit war selbst die Zeiteinteilung hervorragend qualitätsgesichert.

Besonders instruktiv waren die im Kursprogramm zahlreich vorhandenen Übungen, die in Gruppenarbeit durchgeführt wurden. Durch die vom Zentrum für Datenverarbeitung zur Verfügung gestellten Notebook-Computer war es den Kursteilnehmern möglich, moderne spezialisierte Programme für die statistische Datenauswertung einzusetzen. In weiteren Übungen sollte für eine dem jeweiligen Kursteilnehmer bekannte Messmethode eine Standard Operating Procedure und ein Validierungsplan erstellt und schließlich dem Kurs vorgestellt werden. Hier wurde auf hervorragende Weise deutlich, welche Aufgaben eine qualitätsgesicherte Analytik beinhaltet.

Trotz der hochsommerlichen Raumtemperaturen und der zeitaufwändigen Kurseinheiten werden die meisten Kursteilnehmer nicht nur ein Zertifikat, sondern auch wichtige Anstöße für ihre wissenschaftliche Karriere mitgenommen haben: Sowohl der Überprüfung der eigenen Messmethode, als auch einer möglichen Fortführung der analytischen Arbeit in der Industrie werden die gewonnenen Erkenntnisse wie auch die übersichtlichen Kursunterlagen dienlich sein.

Philipp Schumann